Was sind Frettchen?


 Wenn man mit seinen Frettchen auf Fußgänger trifft, wird häufig heftig spekuliert, welches Tier man da an der Leine hat.

 Von Hamstern, Bisamratten, Eichhörnchen und Meerschweinchen wird eigentlich keine Tierart ausgelassen.

 Nur wenige Menschen raten in die richtige Richtung: Marder? Nerz? Wiesel? Iltis?

 Frettchen stammen vom Iltis ab, gehören zur Familie der Marder.

 Ihr lateinischer Name lautet Mustela putorius furo - was übersetzt so viel wie "Kleiner Stinkender Dieb" bedeutet. Nicht gerade schmeichelhaft für ein so sympathisches Tier.

 Die kleinen Raubtiere wurden schon vor über 2000 Jahren gezielt gezüchtet (vor allem die Albino-Form, welche auch das eigentliche „Frettchen“ ist – ein Albino-Iltis.) um Ratten und andere Schadnager zu dezimieren. Auch wurden sie zur Kaninchenjagd eingesetzt.

 Frettchen sind aber , ganz anders als ihre Wilden Verwandten, absolut KEINE Einzelgänger. Frettchen sind soziale Tiere die nur mit Artgenossen gehalten werden sollten, da sie untereinander anders agieren als mit Menschen und sie den Kontakt einfach brauchen.

Unterschiede der Geschlechter



 Die männlichen Tiere nennt man Rüde, die weiblichen Fähe.

 Rüden und Fähen unterscheiden sich in ihrer Körpergröße und dem Gewicht deutlich voneinander.

 Ausgewachsene Rüden können eine Körperlänge (mit Schwanz) von bis zu 70cm erreichen und bis über 2000 Gramm wiegen.

 Fähen hingegen werden meist nur bis zu 50cm lang und wiegen durchschnittlich 550 – 1100 Gramm

 Im Herbst nehmen Frettchen oft noch bis zu 30% Körpergewicht zu, um für den Winter „Fettreserven“ zu haben. Dies ist ihnen noch von ihrem Urahn dem Iltis erhalten geblieben.

 Rüden besitzen einen stärkeren Eigengeruch als Fähen. Vor allem in der Ranzzeit (Paarungszeit) von Januar – September steigert sich ihr Geruch um ein vielfaches, weswegen die Haltung eines unkastrierten Rüden in der Wohnung kaum möglich ist. Auch markieren Rüden jeden Gegenstand in ihrem Revier und sind äußerst agressiv und nervös. Rüden sollten also unbedingt kastriert werden, damit sie ein ausgeglichenes, liebes Haustier sind.

 Im Allgemeinen sagt man, dass Rüden etwas ruhiger und schwerfälliger und auch kuscheliger als Fähen sind.

 Fähen riechen weniger stark als Rüden, für einige aber immer noch unangenehm genug. In der Ranzzeit verstärkt sich auch ihr Eigengeruch, jedoch nicht so stark wie der des Rüden.

 Fähen können in die „Dauerranz“ kommen, welche für sie tödlich enden kann. Fähen sollten im Alter von etwa 10 Monaten kastriert werden, um der Dauerranz vorzubeugen. Eine Kastration hat keinerlei Nachteile für die Tiere, und es sollten immer sowohl die Rüden als auch die Fähen im kastriert werden. Rüden haben durch eine nicht kastration jedoch keinerlei gesundheitliche Gefährdung, man kann also wenn man mit dem Geruch und dem Verhalten klarkommt ihn unkastriert lassen - muss jedoch schauen das er während der Ranzzeit nicht alleine gehalten wird, sondern in einer Rüdengruppe leben kann (Fähen würden von ihm nur bestiegen werden). Eine Einzelhaltung wäre Quälerei für das Tier.

 Fähen sind oft viel quirliger als Rüden und spielen lieber als zu kuscheln. Ausnahmen gibt es natürlich immer wieder.

 Ansonsten gibt es kaum nennenswerte Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Auch eingen sich beide Geschlechter gleichermassen gut für die Haltung als Haustier und stellen auch die gleichen Anforderungen an den Halter.

Ein Pärchen? Zwei Rüden? Zwei Fähen?



Ein Pärchen? Zwei Rüden? Zwei Fähen?

 Frettchen vertragen sich untereinander meist sehr gut. Dabei spielt es keine Rolle, ob zwei Fähen oder Rüden oder auch verschiedengeschlechtliche Tiere aufeinander treffen - der wichtigste Punkt ist, das beide Geschlechter kastriert werden sollten.

 Ein Pärchen verträgt sich meist sehr gut, man sollte aber um Nachwuchs zu vermeiden beide Tiere kastrieren lassen. Auch belästigt ein unkastrierter Rüde die Fähe den ganzen Sommer über, die Fähe läuft Gefahr an der Dauerranz zu verenden.

 Auch zwei Rüden oder Fähen vertragen sich gut, wenn sie kastriert sind. Bei unkastrierten Tieren klappt das zusammenleben meist nicht so harmonisch.

 Jedoch verträgt sich nicht jedes Frettchen mit einem anderen. Es gibt immer wieder Tiere, die sich nicht miteinander vertragen, geschlechtsunabhängig.

 Man sollte also schon beim Kauf darauf achten, zwei Tiere zu nehmen die sich kennen, dann hat man mit der Zusammenführung keine Probleme.

 Es ist aber wichtig, dass man mindestens 2 Frettchen hält. Schon alleine, weil diese sich während der Abwesenheit des Halters untereinander beschäftigen können, aber auch, weil Frettchen sehr soziale Tiere sind die untereinander ganz anders spielen als sie es mit Menschen könnten.

 Sollte man nur 1 Frettchen haben und es mit anderen zusammenbringen, sollte man sein Tier sich seinen Partner aussuchen lassen. Wenn es auf Anhieb Sympathien gibt, gibt es auch in der Regel keinen Stress bei der Zusammenführung.

 Besser ist es eine Gruppe von 3 Frettchen zu halten. Für den Fall das ein Tier verstirbt, hat man immer noch Gelegenheit ein neues Tier in die Gruppe zu integrieren.

Besonderheiten



 Frettchen sind trotz ihres niedlichen Aussehens keine Kuscheltiere , auch sind Frettchen nur bedingt für Kinder geeignet. Im Gegensatz zu Hunden haben Frettchen noch viel "wildes" in sich . So zeigen Frettchen nur wenig Mimik, an der man erkennen kann ob ein Tier genervt ist und eventuell angreifen möchte, was sie für unerfahrene Menschen "unberechenbar" erscheinen lässt. Kinder sind damit auch oft überfordert. Erst ältere Kinder oder Jugendliche ab 12 Jahren sollten Frettchen als Haustiere halten - wenn aber nur mit ständiger Aufsicht der Eltern, denn Kinder verlieren schnell das Interesse an einer Sache.

 Frettchen zeigen durch ihre Körpersprache auch nur sehr selten, ob es ihnen schlecht geht - oft zeigen sie Krankheitssymptome erst dann, wenn es wirklich schon beinahe zu spät ist.

 Alles insgesamt sind Frettchen Haustiere, über die man sich niemals genug informiert haben kann.




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